• Was ist nur mit dieser Post passiert?

    Wir sind alle einmal in dieses Unternehmen gegangen mit dem Wissen, dass wir hier nicht reich werden können, aber wir haben geglaubt einen sicheren Arbeitsplatz zu haben und vielleicht auch mal eine angemessene Pension.

    Und wir waren stolz Postler zu sein. Infiziert vom Postvirus haben wir uns hinter unsere Post gestellt.

    Doch was ist mit unserer Post passiert? Es vergeht kein Tag mehr wo nicht eine Kollegin oder ein Kollege weinend vor mir sitzt. Sie alle haben sich bemüht - sie alle haben ihr Bestes gegeben. Doch egal was diese Kolleginnen und Kollegen auch versuchen, es ist immer zu wenig.

    Zu groß ist die Gier der Manager, nach Geld und Macht. Zu groß ihr Wunsch nach Selbstdarstellung. Sie leben in einer anderen Welt, gebärden sich wie Söldner und sehen sich und ihre Kariere als das einzig Wichtige. Für Menschlichkeit und Rücksicht scheint hier kein Platz mehr zu sein. Dann alles was nicht in ihr Konzept passt wird verfolgt und ausgetauscht. Sie kommen, füllen sich die Taschen, zerstören Arbeitsplätze und Existenzen und lassen sich von Ihresgleichen feiern. Sie zerstören nicht wiederbringliche Strukturen indem sie erklären die Postämter (die Mitarbeiter) sind zu teuer und müssen daher weg.
    Wenn dann die Zahlen eine andere Sprache sprechen findet man schon eine Ausrede. Aber, dass in geschlossenen Postämtern kein Geschäft zu machen ist versteht jedes Kind. Wie sagte Herr Pölzl, das Postpartnerkonzept kennt keine Verlierer! Sehen sie das auch so? Ich kann hier leider nur Verlierer erkennen. Das sind aus meiner Sicht die Post, die Kunden und die Mitarbeiter.

    Mitarbeiter die über Jahrzehnte zum Erfolg dieses Unternehmens beigetragen haben werden nunmehr rechtswidrig in Kategorien eingeteilt und jene welche in der Kategorie "C" sind und noch vor ihrem 50 Geburtstag kündbar wären wird mitgeteilt, dass die Post sie nicht mehr will! Sie sollen sich gefälligst mit einem Butterbrot abspeisen lassen und das Unternehmen verlassen. Hunderte solcher Trennungsgespräche (Tränengespräche) wurden geführt. Und dies in einer Art und Weise, wenn die Personalvertretung nicht anwesend war, dass man sich fragen muss was sind das nur für Menschen. Willenlose Roboter die jeden Befehl ausführen in Erwartung ihrer Prämie. Doch der Zeitpunkt wird kommen wo sie dann selbst nicht mehr benötigt werden!

    Eine Klage gegen das Unternehmen und der Streikantrag waren die logische Folge. Doch nun dürfen wir keine faulen Kompromisse eingehen. Jetzt ist diesem Treiben, dass leider von der Politik ob Rot oder Schwarz geduldet wird, mit aller Vehemenz entgegenzutreten. Jetzt müssen wir Taten folgen lassen.

    Eine 47jährige Zustellerin aus Linz die sich nicht mit einem Butterbrot abspeisen lassen wollte und dieses "Angebot" nicht angenommen hat, ist auch gleich gekündigt worden. Diese Kündigung ist sofort zurückzunehmen den uns fehlen Mitarbeiter an allen Ecken und Enden, doch der neue Mitarbeiter ist natürlich jünger vielleicht auch weniger krank und kann jederzeit entsorgt werden.

    Aber auch die Beamten werden immer wieder unter Druck gesetzt. Erst heute wieder war eine 48jährige Kollegin vom Bereich Filialnetz bei mir und hat bitterlich geweint, fertig mit den Nerven weiß sie nicht mehr wie es weiter gehen soll. In Pension gehen? Belächelt von Bekannten und Verwandten? Mit einer lebenslangen Pension die nahe der Mindestsicherung liegt? Nein das kann und darf nicht die Zukunft verdienter Mitarbeiter sein.

    Kann so ein Dienstleiststungsunternehmen erfolgreich sein? Ein Code of Conduct (Ethik und Wertekodex) der mehr der gegenseitigen Bespitzelung als dem wertschätzenden Miteinander dient hilft hier nicht wirklich weiter.

    Man hat oft das Gefühl die Spitzen dieses Unternehmens wissen gar nicht was in dem Unternehmen vorgeht. Dann müssten sie eigentlich zurücktreten. Oder sie wissen es doch und sagen weder gegenüber den Medien noch den Mitarbeitern die Wahrheit? Dann müssten sie erst recht zurücktreten.

    Doch es kommt Weihnachten und damit können wir noch auf ein Weihnachtswunder hoffen. Doch sollte dieses Weihnachtswunder bei unseren Managern nicht Wirklichkeit werden, dann werden wir das, worum wir gewählt wurden auch durchführen müssen.

    So lange in den Arbeitskampf zu treten bis auch diese vom eigenen Licht geblendeten Herrn um ihre Arbeitsplätze zittern müssen.

    Doch ich will die Hoffnung nicht aufgeben, dass auch diese Manager ein Herz haben und den Weihnachtsfrieden in sich aufnehmen, wenn es ihnen auch manchmal schwer fällt über den Tellerrand zu sehen, da dieser so manchen schon als Hochgebirge erscheint.

    Trotz aller Probleme hoffe ich wird es ihnen möglich sein ein gesegnetes, friedvolles Weihnachtsfest im Kreise ihrer Lieben zu verbringen.

    Ihr

    Manfred Wiedner

    Hier klicken zum Archiv.....
 
copyright 2009 FCG | produced by QXCode | qPage production